Informationen zur Psychotherapie
Was ist Psychotherapie?
In der Psychotherapie werden psychische Erkrankungen mithilfe von wissenschaftlich anerkannten Verfahren, Methoden und Techniken behandelt. Psychische Erkrankungen lösen bei den Betroffenen Leid, Angst, Verunsicherung und Einschränkungen der Lebensqualität aus und das Erleben, das Verhalten sowie das geistige und körperliche Wohlbefinden werden dadurch stark beeinträchtigt. Wenn psychische Probleme nicht mehr allein oder mit Hilfe der Familie oder von Freunden gelöst werden können, zu Krankheitserscheinungen führen und die alltäglichen Anforderungen des Lebens nicht mehr bewältigt werden können, ist eine Psychotherapie besonders ratsam.
Es ist empfehlenswert bereits vor Beginn der Psychotherapie durch einen Arzt abzuklären, ob körperliche Ursachen für die psychische Erkrankung verantwortlich oder mitverantwortlich sind. Allen psychotherapeutischen Behandlungen gemein ist, dass sie über die kommunikative Ebene erfolgen, die durch spezielle Methoden und Techniken ergänzt werden kann (z.B. freie Mitteilung von Gedanken und Einfällen, konkrete Aufgaben um z.B. Ängste zu bewältigen).
Wie funktioniert Psychotherapie?
Eine psychotherapeutische Behandlung reduziert den seelischen Leidensdruck und zielt darauf ab die psychische Störung(en)/Auffälligkeiten anhand des therapeutischen Gesprächs zu lindern und/oder zu bessern. Eine therapeutische Einzelbehandlung dauert in der Regel 50 bis 90 Minuten. Eine wesentliche Bedingung für das Gelingen jeder Psychotherapie ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Therapeut sowie eine klare Zielsetzung zu Beginn. Die Klärung im Erstgespräch, ob das geplante Psychotherapieverfahren den Erwartungen des Patienten entgegenkommt, ist ebenfalls bedeutend. Die Psychotherapie soll im Idealfall die Möglichkeit bieten, in einem geschützten Rahmen das eigene Erleben und Verhalten sowie Beziehungserfahrungen zu besprechen, zu erleben und zu überdenken und so Veränderungen auszuprobieren und herbeizuführen.
Wer übernimmt die Kosten für eine Psychotherapie?
Die Kosten für eine Psychotherapie tragen die gesetzlichen Krankenkassen nur, wenn diese zur Behandlung einer psychischen Erkrankung notwendig ist und wenn zu diesem Zweck ein Verfahren der sogenannten Richtlinientherapie durchgeführt wird. Sofern diese Bedingungen erfüllt sind, ist die ambulante Psychotherapie eine zuzahlungsfreie Leistung. In vielen Fällen sind allerdings Verfahren sinnvoller, die nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung gehören, wie die Psychotherapie nach Heilpraktikergesetz. In diesen Fällen ist die Psychotherapie eine Selbstzahlerleistung, die der Patient von seiner gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet bekommt.
Im Erstgespräch wird geklärt, ob eine Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz die passende Behandlung für Ihre Problematik ist oder ob eine andere Maßnahme für die individuelle Problemlage besser geeignet ist (z.B. eine psychosomatische Grundversorgung, eine medikamentöse Behandlung, etc.).
Wer darf Psychotherapie anbieten?
Heilpraktiker mit einer auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkten Erlaubnis dürfen in Deutschland Heilkunde im Bereich der Psychotherapie ausüben, allerdings ist hierbei keine Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung möglich. Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen psychotherapeutische Behandlungen (siehe: Wer übernimmt die Kosten für eine Psychotherapie) nur von Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie von psychotherapeutisch tätigen Ärzten durchgeführt werden, wenn diese über eine Kassenzulassung verfügen.
Neben der psychotherapeutischen Behandlung von psychischen Erkrankungen kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, die jedoch nur von Ärztinnen und Ärzten (PsychaterInnen) durchgeführt werden darf.